Es war einmal… (nach 40 Jahren)

So beginnen viele Geschichten. Wenn man heute unsere Siedlung sieht und den „Stoppelacker von vor dem Krieg gekannt hat, dann muss das Ergebnis 40jähriger Aufbauarbeit schon wie ein Märchen anmuten. Das alte Schiffbeker Moor, damals ein beliebtes Ausflugs – und Badeziel. Ringsherum an der Grenze Badekabinen, eine Kneipe mit Tanzsalon und an den Sonntagen herrliche Musik. die heutige Manshardtstrasse ein Sandweg mit Gräben und Hecken.

Der Schiffbeker Weg eine mit Kopfsteinen gepflasterte Strasse. Weil der Acker dem Bauern aus Öjendorf nicht genug einbrachte, wurde er an die Hansestadt verkauft. Anfang 1940 wurde der Pachtvertrag mit der Stadt Hamburg geschlossen und die „Dauerkolonie_am_Rahlstedter_Weg“ gegründet. Bei der Planung der Dauerkleingärten war an ein Naherholungsgebiet gedacht worden, welches auch der Öffentlichkeit zugänglich sein sollte. Doch der Krieg brachte eine dramatische Wende. Als die Aufbauarbeit im Jahre 1943 soweit abgeschlossen war, zwangen die ihren Höhepunkt erreichenden Bombenangriffe die Bewohner / Mitglieder aus ihren Stadtwohnungen.

So wurde aus der Gartenkolonie zwangsläufig eine Wohnsiedlung. Die Dauerkolonie wuchs von III auf IX Koppeln mit über 700 Parzellen an. Die weitere Sanierung verlief praktisch zweigleisig, da die koppeln IV bis IX – das heutige Gelände der Siedlung am Holstenhof bereits frühzeitig als Siedlungsgelände ausgewiesen wurde. 1953 trennten sich die Koppel I bis III von der Siedlung am Holstenhof und die neue Dauerkolonie am Schiffbeker Weg entstand. Da der Aufbau unserer Siedlung zu etwa 80% abgeschlossen war, stand der Vergabe der Erbbaurechtsverträge lediglich noch die endgültige Wegeführung und die Vermessung im Wege. Es sollten noch 12 (!) Jahre ins Land gehen, bis es endlich soweit war.

Mit Wirkung vom 01.01.1966 erhielten die Bewohner / Mitglieder ihre Erbbaurechtsverträge. Allen, die an ihrem Zustandekommen mitgewirkt haben und darüber hinaus jahrzehntelang Aufbauarbeit zum Wohle und Nutzen des Vereins geleistet haben, sei an dieser Stelle herzlich gedankt. Nachdem damit die gesicherte Rechtsgrundlage für das Weiterbestehen des Vereins gegeben war, konnte der großzügige Aus- und Neubau der Siedlungshäuser verstärkt fortgesetzt werden. Parallel dazu begann der Siel- und Straßenbau. Wenngleich der mit der Behörde abgestimmte Zeitplan aufgrund finanzieller Schwierigkeiten des hamburgischen Staatshaushalts auf mehr Jahre als vorgesehen gestreckt werden musste, können wir heute befriedigt feststellen, dass diese Maßnahme trotz mancher Schwierigkeiten im vorigen Jahr abgeschlossen wurde. Zur Zufriedenheit aller, wie wir meinen. Gegen die Jahr für Jahr gestiegenen Baupreise sowie vor allem die Ende 1973 Anfang 1974 erfolgte Anpassung des hamburgischen Wegegesetzes an die in allen anderen Bundesländer geltenden Rechtsnormen – Abrechung nach Effektivkosten und nicht mehr im Wege der Pauschalierung; nur noch 10 %iger Staatsanteil anstelle der vorher gewährten 50% vermochten wir uns nicht zu wehren.

Drei weitere Ereignisse seien nur stichwortartig erwähnt:

Ausbau des Schiffbeker Weges im Jahre 1977.

Änderung des Vereinsnamens in Siedlung am Schiffbeker Moor e. V. im Jahre 1978.

Verabschiedung einer neuen Vereinssatzung und Ausgabe von Mitgliedskarten im Jahre 1979

War die Arbeit noch so schwer, das Feiern wurde nicht vergessen. Seit Jahren fester Bestandsteil im Vereinsleben bilden das Kostümfest im Frühjahr und der Herbstball in der Aula der Schule Sterntalerstrasse. Darüber hinaus sind auch unsere Rentner und Kinder nie zu kurz gekommen. Regelmäßige Besuche des Weihnachtsmärchens und von Zeit zu Zeit durchgeführte Busfahrten sorgten für Abwechslung. Es kann keinen Zweifel daran geben, dass diese Tradition auch für die Zukunft aufrechterhalten wird. Mögen uns alle hierbei nach Kräften unterstützen und damit der wohl zeitbedingten Entfremdung entgegen wirken. Das wäre unser größter Wunsch für die nächsten 10 Jahre bis zum 50sten.

 

Edgar Falke am 31.01.2014

Zum Zustandekommen des Erbauvertrages kann ich noch etwas beitragen

Ernst Düse war damals Vorstand des Vereins und Fahrer des Finanzsenators von Hamburg.
Als solcher lag er natürlich dem Senator ständig in den Ohren mit dem Erbbauvertrag.
Dieser antwortete Ernst Düse eines Tages mit der Mitteilung ;
wenn Ernst Düse nachweisen könne, dass für die aus den Steinlauben
entstandenen Häuschen behördliche Baugenehmigungen vorliegen, dem Erbbauvertrag
nichts im Wege stehe. Wobei der Senator wußte, das es alle Schwarzbauten waren.

Enst Düse rief darauf eine Vereinssitzung ein und fragte nach Baugenehmigungen.

Mein Vater der Beamter und als solcher sehr korrekt war, hatte 1946/47 als wir aus den selbst
geborgenen Trümmersteinen (täglich 300 Steine) vom Horner Weg den Umbau der Laube Zwergenstieg in ein winterfestes Häuschen durchführten, von einen Beamten der Bauaufsichtsbehörde der den Schwarzbau kontrollierte, für ein Karnickel eine Baugenehmigung abgerungen.

Dadurch waren wir im Besitz der einzigen Baugenehmigung der Dauerkolonie am Schiffbeker Weg. Diese Baugenehmigung legte Ernst Düse dem Senator vor und die Sache mit den Erbbauverträgen nahm ihren Lauf. Das war so um 1960/61 rum. Es dauerte trotzdem noch sehr lange bis die Erbbauverträge erteilt wurden.

Seinerzeit waren auf der Westseite des Schiffbeker Moores die Kleingartensiedlungen Horner Geest eV u.a. in Hochhaus-Siedlungen umgewandelt. Das Gleiche hatte man mit der Dauerkolonie- wie ich aus den Erzählungnen von Ernst Düse weis- vor. Den Bemühungen von Ernst Düse und sein direkter Kontakt zum Finanzsenator ist es zu verdanken, das dieses verhindert wurde,
Von den früheren Vereinsmitgliedern bzw. Nachkommen aus der Gründerzeit 1937/38 leben noch Gerd Stange (Sohn von Rudolf Stange) wohnhaft Marbach/Neckar; Bernd Biedermann in Hamburg, Sohn des Malermeister Biedermann und ich wohnhaft in Nattheim BW.

Mit freundlichem Gruß
Edgar Falke

  1. Edgar Falke

    Zum Zustandekommen des Erbauvertrages kann ich noch etwas beitragen

    Ernst Düse war damals Vorstand des Vereins und Fahrer des Finanzsenators von Hamburg.
    Als solcher lag er natürlich dem Senator ständig in den Ohren mit dem Erbbauvertrag.
    Dieser antwortete Ernst Düse eines Tages mit der Mitteilung ;
    wenn Ernst Düse nachweisen könne, dass für die aus den Steinlauben entstandenen Steinlauben
    entstandenen Häuschen behördliche Baugenehmigungen vorliegen, dem Erbbauvertrag
    nichts im Wege stehe.
    Wobei der Senator wußte, das es alle Schwarzbauten waren.

    Enst Düse rief darauf eine Vereinssitzung ein und fragte nach Baugenehmigungen.

    Mein Vater der Beamter und als solcher sehr korrekt war, hatte 1946/47 als wir aus den selbst
    geborgenen Trümmersteinen (täglich 300 Steine) vom Horner Weg den Umbau der Laube Zwergenstieg
    in ein winterfestes Häuschen durchführten, von einen Beamten der Bauaufsichtsbehörde der den Schwarzbau kontrollierte, für ein Karnickel eine Baugenehmigung abgerungen.
    Dadurch waren wir im Besitz der einzigen Baugenehmigung der Dauerkolonie am Schiffbeker Weg.
    Diese Baugenehmigung legte Ernst Düse dem Senator vor und die Sache mit den Erbbauverträgen nahm
    ihren Lauf.
    Das war so um 1960/61 rum.
    Es dauerte trotzdem noch sehr lange bis die Erbbauverträge erteilt wurden.

    Seinerzeit waren auf der Westseite des Schiffbeker Moores die Kleingartensiedlungen Horner Geest eV u.a.
    in Hochhaus-Siedlungen umgewandelt. Das Gleiche hatte man mit der Dauerkolonie- wie ich aus den Erzählungnen von Ernst Düse weis- vor.
    Den Bemühungen von Ernst Düse und sein direkter Kontakt zum Finanzsenator ist es zu verdanken, das dieses verhindert wurde,
    Von den früheren Vereinsmitgliedern bzw. Nachkommen aus der Gründerzeit 1937/38 leben noch Gerd Stange (Sohn von Rudolf Stange) wohnhaft Marbach/Neckar; Bernd Biedermann in Hamburg, Sohn des Malermeister Biedermann und ich wohnhaft in Nattheim BW.

    Mit freundlichem Gruß
    Edgar Falke

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