An einem schönen Samstag Morgen, den 18.07.2009, kurz nach und kurz vor dem Regen trafen wir uns am Zwergfalkenweg zum alljährlichen Fahrradausflug unserer Siedlung. Getreu nach dem Motto „Es gibt kein falsches Wetter, nur falsche Kleidung“ hatten sich ungefähr 10 – 20 Personen eingefunden, die, so vermutete ich, sich gemeinsam auf den Weg machen wollten.
Geplant war eine kleine Ausfahrt in die Natur mit anschließendem gemeinsame n Grillen. Es begann zu tröpfeln. Manche monierten den fehlenden Sonnenschein und die wegen Nässe mangelnden Gelegenheiten zum trockenen Stehen und Sitzen. Wollte man Fahrrad fahren oder im Grünen sitzen? Schnell wurde mir bewußt, die Zahl der Reisenden wird sich dramatisch reduzieren. Ich fragte mich, warum man Regenkleidung zum Fahrradfahren anzieht, um dann zu sagen, man wird zu nass. Nun gut ! Für das Bewegen im Regen blieben letztlich nur die sieben Härtesten übrig, darunter 2 Kinder. Der Altersdurchschnitt der Fahrradtourteilnehmer war damit um mehrere % gesenkt und belief sich auf unter 50.

Die sieben Strategen machten sich also auf den Weg. Als wäre es ein Zeichen von oben, hörte es auf zu regnen und die Sonne kam durch. Den Zwergfalkenweg runter, über den Schiffbeker Weg hinüber und hinein ins Gehölz. Die Richtung hatten wir uns mit den Boberger Dünen vorgegeben, ansonsten wollten wir alles auf uns zukommen lassen. Durch grüne Auen, vorbei an reißenden Bächen folgten wir dem Wanderweg Richtung Billwerder. Munteres Vogelgezwitscher und mittlerweile feinste Sonnenstrahlen garnierten unseren Weg. Duftende Wiesen, das Rauschen der Bäume im Wind und die Totenstille des Friedhofes erzeugten eine Wohlfühlatmosphäre, der sich alle nicht verschliessen konnten.

Ich schaute mich um, wer hatte mich nun begleitet. Die Familie Weissbach samt Kindern, Christa Maier und nach einiger Überredungskunst auch unsere 2. Vorsitzende Dagmar Kanneberg. Vor dem Start hatten wir schon vereinbart, daß wir uns bei Ostermanns zum Grillen einfinden. Die Beiden, Sabine und Oliver, hatten freundlicherweise die Organisation des Grillens übernommen. Aber zurück zu uns. Mittlerweile hatten wir die Autobahn passiert und befanden uns auf freier Fläche. Wohin sollten wir uns jetzt wenden? Unsere Ideengeberin Christa Maier kam auf den glorreichen Gedanken, das Maler- und Lackierermuseum zu besuchen. Vielleicht sei sogar eine Führung drin. Auf jeden Fall könnte man sich den Kräutergarten anschauen.

Gesagt, getan. Auf zum Billwerder Billdeich. Man hatte das Haus ja schon auf vorherigen Ausfahrten passiert, aber nicht gewußt, was in ihm steckt. So klingelten wir. Ein freundlicher, älterer Herr begrüßte uns aufs Herzlichste und war sehr erfreut, daß man sich für das Museum interessiert. Ich will jetzt nicht in Einzelheiten verfallen, was es dort alles gibt und die Anekdoten und Geschichten wiedergeben. Man sollte es sich selbst anschauen. Einfach im Internet nach Malermuseum Hamburg suchen und hinfahren. Die Bilder, die wir gemacht haben, dokumentieren die tolle Sammlung rund um die Berufe Maler und Lackierer. Es lohnt sich. Ach, den Kräutergarten haben wir natürlich auch besucht. Übrigens eine mit sehr viel Liebe gestaltete Gartenanlage, genau wie das alte und toll restaurierte Haus mit Uhrenturm. So langsam stellte sich das erste Hungergefühl ein. Also nichts wie rauf auf unsere Fahrräder und Retour. Jasper Weissbach habe ich bewundert. Auf seinem Kinderfahrrad ist er mitgefahren wie ein Döpken (hier: westfälischer Ausdruck für „wie ein Uhrwerk“). Sabine und Oliver erwarteten uns schon. Die ersten Würstchen lagen auf dem Grill. Aber was war das? Auch die armen Würstchen, die wegen befürchteter Nässe nicht mitgekommen waren, fanden sich zum Essen ein. Klar, dort saß man ja im Trockenen. Und so saßen wir dort bei Grillgut und ein wenig Alkohol und haben uns gut unterhalten. Alles in allem war es doch noch eine schöne Ausfahrt geworden.

Frank Wendland ein begeisterter Teilnehmer